Skat-Extra
Skat Ottweiler
Saarland
Deutschland
International
Historie
Literatur
PC-Skat
Skat-Links
Spielstärke

Vorwort:
Der nachfolgende Vergleichstest ist ab Januar 2009 durch das Erscheinen von
Siegfried-Skat V 1.5 überholt. Siegfried übertrifft im Schnitt deutlich die 700er Grenze. Was aber noch wichtiger ist und beim damaligen Vergleichstest gar nicht berücksichtigt wurde: Siegfied lässt nicht so einfach hohe Punktzahlen des Anwenders zu, wie andere Programme das tun. Das Gegenspiel ist bemerkenswert stark, und dabei hat es die gute KI gar nicht nötig, dem Anwender in die Karten zu schauen.

Ich habe vor einigen Jahren mehrere Skatprogramme getestet und möchte im Ergebnis die Spielstärke ausdrücklich in den Vordergrund stellen. In den Testübersichten der Fachpresse wird meiner Meinung nach zu viel Wert auf das “Drumherum” wie Grafik, Sprachausgabe, Handbuch, Regeleinstellungen usw. gelegt. Bewertungsgrundlage waren jeweils 10 Serien zu 36 Spielen nach den offiziellen Regeln des Deutschen Skatverbandes bis 1998. Die seit Januar 1999 weltweit gültige internationale Skatordnung wird nicht von allen Programmen unterstützt. Die Auswertung erfolgte nach dem üblichen Seeger-Fabian System, was bei einigen Programmen handschriftlich erledigt werden musste. Referenzspieler sind zwei aktive Skatspieler, die mit jedem Programm 5 Serien spielten. Gewertet wurde jeweils der “bessere” der beiden Computerspieler nach insgesamt 10 Serien (360 Spielen). Die Spielstärke im Alleinspiel und Gegenspiel wurde dabei separat ausgewertet. Von den Ergebnissen war ich zum Teil selbst überrascht, weil ich sie so nicht erwartet hatte. Ich stelle fest, dass ich die Spielstärke einzelner Programme wegen einiger seltener guter Spielzüge subjektiv zu hoch eingeschätzt hatte. Zahlen lügen nicht...
Spielstärke der Skatprogramme im Alleinspiel:

Skatprogramm

Gewonnene Alleinspiele

Verlorene Alleinspiele...

...davon bei “18” erhalten

Gesamtpunkte

Punkteschnitt pro Serie

Skat 3000

88

28

22

6698

669

Gläserne Karten

79

25

13

6420

642

Data Becker Skat!

*81

33

20

5995

599

Skat 2095

85

35

29

5813

581

Win Skat Pro 4.17

72

22

15

5802

580

Skat (Heinlein)

82

34

22

6255

625

DOS Skat

80

37

26

4211

421

Skat 2010

76

38

18

3985

398

Erotic-Skat

*75

39

19

3908

390

Sybex Skat

75

38

12

4029

402

Bonn Ouvert

79

40

17

3840

384

Anmerkung: Win Skat Pro heißt in der neuen Version 5.1 Win Skat XP bzw. Net Skat (5.1.). Es spielt stärker als die hier getestete Version 4.17 und übertrifft im Schnitt die 600er Grenze!
Die Spalte “davon bei 18 erhalten” habe ich aus einem bestimmten Grunde eingefügt: Offenbar neigen manche Programmierer dazu, den Computerspieler “einfach mal 18” sagen zu lassen, selbst wenn die 10 Handkarten noch kein Spiel hergeben. Diese Besonderheit betrifft fast ausschließlich das aktive Reizen. Ich habe bei den Programmen, die das zulassen, die Karten in verschiedene Spielpositionen verteilt und dabei bemerkt, dass mit dem gleichen Blatt in Mittelhand zwar öfters “18” gereizt, aber in Vorhand nicht gehalten wurde! Skat 3000 war übrigens während der Spielserien auf die Risiko-Option “vorsichtig” eingestellt. Bonn Ouvert hat eine ganze Reihe von Alleinspielen nur deshalb gewonnen, weil der Computer-Gegenspieler unglaubliche Fehler gemacht hat (wimmelt dem Alleinspieler die Vollen, übernimmt die 10 des Gegenspielers nicht mit dem Ass usw.).

Spielstärke der Programme im Gegenspiel

Skatprogramm

Verlorene Alleinspiele der Referenzspieler

 Grandspiele

Farbspiele

Nullspiele

bei 18 erhalten

Skat 3000

19

4

13

2

4

Gläserne Karten

22

6

16

0

13

Data Becker Skat!

*17

6

10

1

11

Skat 2095

8

4

4

0

4

Win Skat Pro 4.17

16

7

5

4

9

Skat (Heinlein)

14

4

10

0

7

DOS Skat

12

1

10

1

5

Skat 2010

10

4

6

0

6

Erotic-Skat

 *15

4

8

3

6

Sybex Skat

15

7

7

1

9

Bonn Ouvert

17

6

11

0

3

Gewertet wurden wieder die 10 Serien zu 36 Spielen (360 Spiele pro Skatprogramm). Es wurden jeweils nur die verlorenen Alleinspiele der Referenzspieler gezählt. Das Gegenspiel des Computerspielers (plus Referenzspieler) gegen den zweiten Computerspieler wurde hier nicht berücksichtigt, da Stärke im Gegenspiel und Schwäche im Alleinspiel zu sehr miteinander verknüpft sind.

* Über den Charakter der Programme:
Auch auf die Gefahr hin, dass mich die Damen und Herren von
Data Becker und ARI durch den Skatwolf drehen: Bei der schon etwas betagten Version aus der “Goldenen Serie” Skat! (nicht Skat! 2000) und Erotic-Skat habe ich den dringenden Verdacht, dass die Programme dem Spieler “in die Karten schauen” (was bei Skat! umgekehrt durch Betätigen einer Funktionstaste erreicht werden kann, aber dem Zweck dieses Tests in keiner Weise nützlich ist). Man kann den Charakter der Programme auf einfache Weise überprüfen, in dem man sich als Alleinspieler abwechselnd Zehnen blank drückt oder besetzt stehen lässt. Bei den Schummlern kommt mit traumhaft hellseherischer “Intuition” das Ass (bei blanker Zehn) oder es wartet auf die Möglichkeit zum Schneiden (bei besetzter Zehn). Schade, dass fehlende Programmierkunst auf diese Weise kaschiert werden soll. Es gibt spielstarke Programme, die Schummeln nicht nötig haben.  

Mein persönliches Fazit:

Siegfried spielt am stärksten!